Das Jahr 1966


19.11.2001
20.11.2001
21.11.2001

Zur Rubrik, damals auch schon:
Aus Brüssel
 
Ein holländischer Tourist, der am Ufer eines belgischen Flusses sein Zelt aufgebaut hatte, traute seinen Augen nicht, als eines Morgens ein hübsches schwarzhaariges Mädchen splitternackt dem Wasser entstieg. Die schöne "Eva" bat ihn inständig, sich in seinem Zelt ankleiden zu dürfen - Ihre Wäsche liege gleich daneben. Der junge Mann, der von soviel berückender Schönheit geblendet war, erlaubte es und zog sich diskret zurück. Als er wenig später sein Zelt wieder aufsuchte, vermißte er nicht nur die holde Nymphe, sondern auch Brieftasche, Kamera und andere Wertsachen. Sie habe auf diese Weise schon oft Erfolg gehabt, gestand die 19 Jährige Francesca Danieli aus Pisa bei ihrer Festnahme.

22.11.2001
23.11.2001
24.11.2001
 

Aus der Rubrik, das könnte gestern gewesen sein:
Zeitgemäß
Eine New-Yorker Zeitung hatte einen Preis für die kürzeste Kurzgeschichte über ein modernes Thema ausgeschrieben. Sieger wurde der Autor folgender Zeilen: „Im Omnibus bot ein junger Mann einer alten Dame seinen Sitzplatz an. Jene war darüber so verblüfft, daß sie in Ohnmacht fiel. Als sie wieder zu sich kam. dankte sie dem jungen Mann. Hierauf verlor dieser vor Überraschung das Bewußtsein."

„Fritz: .wollen wir uns heute um fünf Uhr treffen?"
 „Gern, Lilli und wann kommst du?"

25.11.2001
26.11.2001
27.11.2001


Gesellschaftliches:

Aus Dover Der britische Bankangestellte Robert Platten frönte kürzlich wieder einmal einer alten Leidenschaft: Nachdem er in der Vergangenheit den Ärmelkanal in einem Faß, einem Kanu und sogar auf einem Bettgestell überquert hatte, stach er diesmal "an Bord einer Flasche" in See. Das außergewöhnliche Wasserfahrzeug, das sich Platten nach eigenen Angaben konstruieren ließ, ist mit einem fünf PS starken Motor ausgerüstet.

Trag alle Tage zusammen, alle Landschaften unterm Mondlicht, die dein Herz je sah! Schmecke noch einmal alle Essen, die dein Gaumen je schmeckte! Rieche noch einmal den Duft aller Blumen, Gräser und aller Blüten! Trag alle Lustaugenblicke, die du je beim Sehen und Schmecken, Fühlen und Riechen genossen, trag alles zusammen auf den Hügel in der kurzwährenden Stunde der Prüfung! Betrachte die Summe deines Lebens und frage: Lohnt es, darum zu sterben, auf daß du das wiederhabest? Nur einmal geht dein Weg über die Fluren unserer alten Erde, nur einmal. Lohnt es, für etwas zu sterben? Was lohnt überhaupt? Hügelsichtige Silhouetten fremder Landschaften, die du erwandert hast, Augen fremder Frauen, in die du blicktest, lohnt es dafür? Lohnt es, zu denken und zu wirken für etwas, das du einmal hattest? Die Schreckensbilder aller untergegangenen Zeiten dieser Erde lauern hinter unsern geschlossenen Lidern, Bei mir, bei dir. Lohnt es zu denken? Das kuhaugenhaft samtne Glück des Nichtdenkens, Nichtquälens, das dumme Glück der Zufriedenen - unsere Tage sind doch nicht geboren worden, daß sie mir dieses Glück erleben? Trag alle vergangenen Tage zusammen, jeden staubigen Weg, den du gingst! Laß dich von den Melodien aller Instrumente, die du je gehört, noch einmal umspielen! Gehe noch einmal durch alle Straßenschluchten und Städtedschungel, die dein Fuß je streifte!
Liebe noch einmal alle Liebe, die du je geliebt, und dann frage:
Lohnt es, für das Vergangene zu sterben?
Es lohnt nur, zu kämpfen und zu sterben für alle Gerüche, die du noch nicht gerochen.
Für jeden Geschmack, den du noch nicht geschmeckt.
Für alle Melodien, die du noch nicht gehört.
Für alle Taten, die du noch nicht tatest und die man dir vermehrt zu tun. Für alle Gedanken, die du noch nicht gedacht und die man dir vermehrt zu denken.
Für alles, was noch für uns auf den heftig rauschenden Flügeln der Zeit kommt, für das lohnt es zu sterben.
Nur für das Zukünftige, das man dir verwehren will, lohnt es, zu leben und zu sterben.

QuellenDiverse 1966 aus Magazinen und Zeitungen