Erleben Sie die Stubnitz ganz bewußt
Die Stubnitz ist durch Wanderwege gut erschlossen. Diese Wege führen Sie an die landschaftlich schönsten Stellen zwischen Stubbenkammer und Sassnitz, zwischen Stubbenkammer und Hagen oder Lohme. Bitte, verlassen Sie die Wege nicht. Wenn alle Besucher des Nationalparks sich an das Wegegebot halten, kann jeder vom Weg aus viele Pflanzen und Tiere des Waldes beobachten. Wann immer Sie den Nationalpark besuchen: Der Wald wird da sein und jedesmal anders. Man mag sich streiten, ob der lichtdurchflutete Frühlingswald mit dem blühenden Anemonenteppich schöner ist als der im leuchtenden Kupferrot prangende Herbstwald - oft eingehüllt in geheimnisvolle Nebelschleier. Immer aber sollten Sie den Wald mit wachen Sinnen betrachten. Sie werden staunen, wieviel er Ihnen zu sagen hat.

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Die Wälder der Küstenhänge
Die steilen Küstenhänge wurden seit Menschengedenken kaum bewirtschaftet. So können wir an der Steilküste ein breites Spektrum unterschiedlicher Wald formen beobachten. Eindrucksvoll wird deutlich, unter welch extremen Bedingungen Wald sich noch behaupten kann. Wo die Buche an Steilhängen nicht mehr voll zur Herrschaft kommt, finden sich seltene Gehölze, etwa Wildbirne, Wildapfel, Eisbeere und Eibe. An wenigen Stellen gibt es auch natürliche Vorkommen der Kiefer. - Besonders beeindrucken die Schluchtwälder an den Hängen der Stubbenkammer und die efeureichen Waldformen an den Steilhängen östlich Lohme. Als eine außerordentliche Seltenheit können wir am Fuß der Steilküste auch die natürliche Buchenwaldgrenze erleben. Sie wird durch die Hochwässer der Ostsee bestimmt. Dabei bilden Sträucher, allen voran der Sanddorn, einen Waldmantel über dem Blockstrand.

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Der Wald erobert das Stufenland
Die letzte Eiszeit ging vor etwa 12.000 Jahren zu Ende. Sie hinterließ die Oberflächenstruktur und die Böden, die wir heute auf der Halbinsel Jasmund vorfinden. Mit der allmählichen Erwärmung begann die Bewaldung des Gebietes. Zunächst konnten sich Birken ansiedeln, dann auch Kiefern. In der Frühen Wärmezeit (Boreal) herrschten Kiefer und Hasel vor, in der Mittleren Wärmezeit (Atlantikum) kam die Eiche hinzu. Das war etwa 4.000 Jahre vor Christi Geburt. Als das Klima in der Nachwärmezeit (Subatlantikum) kühler und feuchter wurde, übernahm die Buche die Herrschaft im Wald. In der Stubnitz bildet sie seit etwa 1300 nach Christi Geburt geschlossene Wälder, in denen junge Eichen wegen Uchtmangel kaum noch eine Chance haben. Sie können die natürlichen Waldgesellschaften der Stubnitz beim wandern kennen lernen. Welche Waldgesellschaft jeweils auftritt, hängt von mehreren Faktoren ab: etwa dem Klima, dem Kleinklima und vor allem vom Boden und seiner Durchfeuchtung. In den Bachtälem und Schluchten ist es deutlich kühler und feuchter als beispielsweise an den sonnigen und warmen Steilufern. - In der Stubnitz finden wir Kalkböden, Sandböden, Lehmböden und verschiedenartige Moore.

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