Dieser Wald wird Sie beeindrucken
Nationalpark Jasmund - wer denkt da nicht zuerst an die berühmten Kreidefelsen? Nationalpark aber wurde das Gebiet vor allem auch wegen seines Waldes, der "Stubnitz". In ganz Norddeutschland gibt es kaum einen anderen Wald, der sich soviel von seiner Ursprünglichkeit bewahrt hat. Gleichzeitig ist die Stubnitz Zeuge einer jahrtausendelangen Nutzung durch den Menschen: Sie hat steinzeitliche Jäger beherbergt und wäre im Mittelalter fast am Raubbau zugrunde gegangen. Seitdem ist ihre Geschichte eine Chronik zäher, und bislang auch erfolgreicher, Bemühungen um ihren Schutz. Mit diesem Faltblatt möchten wir Ihnen helfen, viel vom Wesen dieses Waldes wahrzunehmen, seine Schönheit intensiver zu erleben. Wir sind sicher, daß dieser Wald auch Sie begeistern wird. - Bewußt haben wir das Thema "Waldsterben" ausgeklammert. Dazu ist bereits genug gesagt. Nun müssen Taten folgen.

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Die Buchenwälder der Stubnitz
Seit Jahrhunderten begünstigt das heutige, kühl-feuchte Klima der Stubnitz die Buche so sehr, daß sie auf den meisten Flächen alle anderen Baumarten unterdrückt. Bereits in der sehr genauen Waldbeschreibung der Schweden von 1695 wird beispielsweise die Eiche überhaupt nicht mehr erwähnt. Ausnahmen bestätigen die Regel: In den Bachtälem etwa ist es besonders feucht und kühl. Hier machen Esche und Bergahom der Buche den Platz mit Erfolg streitig. Im tief eingeschnittenen Briesnitztal und im Kieler Bachtal ist der Obergang sehr gut zu beobachten. Die Buche wächst in der Stubnitz auf Kreideböden, auf lehmigen Moränen und auf Sandkuppen. Die Begleitflora ist dabei sehr unterschiedlich: Auf Sandböden finden wir anspruchslose Moose, die Drahtschmiele und die Blaubeere. Auf nährstoffreichen Böden wächst die gelbe Waldprimel und auf Kalkböden das violette Leberblümchen. Das zeitige Frühjahr ist im Nationalpark besonders interessant: Bevor sich das dichte Dach der Buchen schließt, nutzen Frühblüher ihre Chance. Für kurze Zeit ist der Waldboden voller Farbtupfer. Neben den weißen Blüten von Sauerklee und Weißer Anemone leuchtet das Gelb von Scharbockskraut und Gelber Anemone. Dazwischen stehen, in kräftigem Violett, das Veilchen und der Lerchensporn. Der sommerliche Buchenwald ist vielen Kräutern zu dunkel. Lange hält sich noch der Zwiebeltragende Zahnwurz, doch dann beginnt die Zeit der Gräser. Der Wanderer begegnet der Trespe, dem Waldschwingel und dem Waldmeister. Mit etwas Glück ist auch der bräunliche Blütenstand der Nestwurz zu entdecken. Diese Orchidee besitzt kein Blattgrün. Sie gedeiht deshalb auch im Schatten.

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