wasieden
Der Weg führte durch diese Waldung, welche sich rechts bis an das hohe Ufer der Ostsee erstreckt und zu dem benachbarten Gut Lanken [Lancken gehört. Sie führt den Namen Dwohrside - Dwasieden - (die Querseite) und enthält weit stattlichere Buchen und Eichen, als ich nachher in der Stubnitz gewahrte. Auch durch seine erfrischenden Schatten ergötzte uns dieser Wald, und eine Stelle in demselben hatte so viel poetisch Reizendes, daß ich das Andenken an sie ewig feiern werde. Zur Seite des Weges ergoß sich in dunkler Tiefe ein von dem Gewebe der Buchenäste überschatteter Murmelbach über glatte Kiesel und bildete, zwischen überliegenden Baumstämmen sich durchdrängend, einen Wasserfall nach dem andern, bis er mit starkem Geräusch zum Strand hinabstürzte. Er führt den Namen des Tribber Baches. Ob aber die Najade, die ihn aus ihrer Urne gießt, auch in diesem Hain wohnt, weiß ich nicht.
An seinem Rand liegen verschiedene Steine. Unter anderen bewunderten wir einen von ungeheurer Größe, der die Form eines Backofens hatte und mit frischem Moos überzogen war. Seine Höhe mochte wohl sechs bis acht Ellen betragen. Wir kamen durch das Dorf Krampaz [Krampas], welches nicht weit vom Strand entlegen ist und zum Domanium gehört. Der Nebel war den Pfeilen der Sonne gewichen, die auch uns schier zu Boden zu strecken drohten. Die Luft aber behielt eine so starke Duftigkeit, daß die Landschaft davon einen grauen Ton annahm. Gleichwohl umspannte der Blick hier einer ungeheuren Raum, indem man zur Rechten den ganzen Prorer Meerbusen, um welchen sich die Schmale Heide wie ein weißes Strophium legt, bis an den Granitzer Ort übersieht. Zur linken kräust sich die Stubnitzer Bergwaldung, wovon hier ein Teil der Lenzbusch heißt, und aus den grünen Gipfeln dampfte ein blauer Rauch
von den Kohlen empor, die von den Dorfbewohnern gebrannt und im Lande abgesetzt werden. Auch verkaufen die Krampazer Bauern Fadenholz aus dem Buchenwald, den sie mit gepachtet haben.