Heinz Ehrhard
Nicht immer war ich schon so alt - das machten erst die Jahre.
Die Stirne wuchs mit dem Verstand im Laufe meiner Haare.

28.11.2001
29.11.2001
30.11.2001

Der König Erl

(Frei nach Johann Wolf gang von Frankfurt)
Wer reitet so spät durch Wind und Nacht?
Es ist der Vater. Es ist gleich acht.
Im Arm den Knaben er wohl hält,
er hält ihn warm, denn er ist erkält'.
Halb drei, halb fünf. Es wird schon hell.
Noch immer reitet der Vater schnell.
Erreicht den Hof mit Müh und Not
...der Knabe lebt, das Pferd ist tot !

01.12.2001
02.12.2001
03.12.2001

An dich 

(Frei nach Johann Wolf gang von denselben...) 
Liebe Friederike Kempner ! 
Als ein weiblich-zarter Klempner 
lötest du der Worte Klang, 
der dir aus dem Innern drang, 
aneinand - mal kurz, mal lang. 
Darum Dank den Vorefahren, 
die nicht nur aus Schlesien waren,
sondern dich auch dort gebaren !
Unsrer Seele tiefen Schacht 
hast du vollgemacht!
04.12.2001
05.12.2001
06.12.2001

Der Muselmann 

Es war einmal ein Muselmann, 
der trank sich einen Dusel an, 
wann immer er nur kunnt. 
Er rief dann stets das Muselweib, 
wo es denn mit dem Fusel bleib, 
denn Durst ist nicht gesund. 
Und brachte sie die Pulle 'rein, 
gefüllt mit süßem Muselwein, 
dann trank er und trank er, 
hin sank er als Kranker, 
bis gottseidank er 
unterm Tische Verschwund.

 

Quellen: H.Erhard-Buch,ro-ro,1974;H. Jankowsky (Collage),