Þ ...Nationalpark Jasmund
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Fauna  
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Nationalparkzonen  
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Tourismus im Nationalpark  

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Verhalten in Nationalpark

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Die Wälder der Stubnitz

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Dieser Wald wird Sie beeindrucken
Þ Wanderung zum Wissower Klinken

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Ein Nationalpark ist ein Schutzgebiet, in dem sich die Natur weitgehend  ungestört und möglichst ursprünglich entfalten kann. 
Er soll:

v     großflächiges Gebiet mit besonders wertvoller Naturausstattung und

v     durch den menschlichen Einfluß nicht oder wenig beeinflußt sein;

v     nicht mehr Ziel einer wirtschaftlichen Nutzung sein und

v     soweit es der Schutzzweck erlaubt, der Allgemeinheit Erholung, Entspannung und naturkundliche Bildung ermöglichen.

Diese Ansprüche können nur noch wenige Regionen in Mitteleuropa erfüllen. Deshalb... 
...Nationalpark Jasmund

Auf Rügens Halbinsel Jasmund befindet sich ein zirka 2.500 Hektar großes, geschlossenes Waldgebiet, von dem etwa 1.500 Hektar bereits seit 1929 unter Schutz gestellt sind. 10% dieser Fläche war Totalreservat, das heißt, sie wurde der natürlichen  Entwicklung  überlassen und erfüllt somit weitestgehend schon jetzt die Ansprüche an einen Nationalpark. Das gesamte Waldgebiet wird im wesentlichen durch Rotbuchenbestände  gebildet,  die  wenig  durch menschliche Einflüsse beansprucht sind. Deshalb wurde ab Oktober 1990 dieses Gebiet zum Nationalpark erklärt. Einbezogen wurde ein 500 m breiter Streifen der strandnahen Ostsee und das Naturschutzgebiet Quoltitz, eine abwechslungsreiche Landschaft mit auflässigen Kreidebrüchen, Feuchtwiesen, Trockenrasen und Gewässern. 

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Geologie
Im Untergrund der Halbinsel Jasmund stehen kreidezeitliche und eiszeitliche Schichten an. Was ursprünglich  ungestört übereinander abgelagert worden  ist, stauchten die Gletscher der letzten Kaltzeit. Diese Deformation ist auch die Ursache für das abwechslungsreiche Landschaftsbild zwischen Sassnitz und Lohme. Im Steilufer entdeckt man riesige Kreideblöcke, die schräggestellt und in sich verbogen sind. Sie bilden die steil aufragenden Kliffs. Dazwischen wurden immer wieder eiszeitliche Geschiebemergel und Sande eingepreßt. Hier ziehen sich sanfte Hänge bis zum Strand hinunter oder Bäche fließen in tiefen Kerbtälern zur Küste. Werden durch den Küstenrückgang grundwasserführende Sande angeschnitten, dann können Quellmoore entstehen. Dagegen finden sich in Senken des Stubnitzplateaus Kesselmoore. Abgestürzte Kliffbereiche arbeitet das Meer auf. Übrig bleiben Feuersteine aus den Kreideablagerungen und Gesteine, die die Gletscher der Kaltzeiten transportiert und abgelagert haben (Geschiebe). 
Flora
Die Kreidelandschaft Jasmunds trägt eine reiche Vegetation. Im Nationalpark wird das größte zusammenhängende Buchenwaldgebiet an der Ostseeküste geschützt. Nur auf feuchten Standorten vertreten Erlen und Eschen die Buche. Entsprechend der ganz unterschiedlichen Bodenarten weist die Krautschicht des Waldes vielfältige Differenzierungen auf. Die Steilhänge und Uferschluchten der Küste sind der Lebensraum von Ahorn und Ulme. Auch seltene Wildobstarten und Eiben gedeihen hier. In den Mooren des Nationalparks sind noch Wollgräser, Fieberklee, Sonnentau, Riesenschachtelhalm und seltene Moose beheimatet. Nicht weniger interessant sind die artenreichen Rasengemeinschaften und Orchideen auftrockenen Kreideschutthängen. Eine weitere Besonderheit ist die Salzvegetation am Blockstrand der Nordküste des Nationalparks. Salz-Binse, Salzmiere und Strand-Tausendgüldenkraut sind hier zu finden.
Fauna  
Die Tierwelt im Gebiet des Nationalparkes birgt mit Eiszeitrelikten wie dem Strudelwurm und einigen Kleinkrebsen echte Raritäten. Zu den Seltenheiten zählen zweifelsohne auch der Springfrosch, die Schlingnatter und weitere geschützte Lurche und Kriechtiere. Für zahlreiche Vögel wegen der Wasservögel wurde auch ein Teil der vorgelagerten Ostsee in das Großschutzgebiet einbezogen ist der Nationalpark Brutund Jagdrevier. Eine spezialisierte Insekten-, Spinnen- und Weichtierfauna besiedelt Feuchtwiesen, Moore und Trockenrasengesellschaften, sowie die verschiedenen Waldbiotope. 
Nationalparkzonen  
 
Entsprechend der Verordnung über den Nationalpark erfolgt die Gliederung des Nationalparkes in 3 Schutzzonen. Schutzzone l (Kernzone) umfaßt alle mit Buche bestandenen Flächen des ehemaligen Naturschutzgebietes, alle Buchenaltholzbestände, Moore und Gewässer einschließlich des einbezogenen Ostseebereiches. In dieser Schutzzone erfolgt keinerlei wirtschaftliche Nutzung, das Gebiet wird ganz der natürlichen Dynamik überlassen, um es dem ursprünglichen Charakterweitgehend anzunähern. Dieser Prozeß benötigt jedoch viele Jahre, ja Jahrzehnte. Zur Entwicklungszone (Schutzzone lla) zählen alle mit Nadelholz oder gebietsfremden Holzarten bestandenen Flächen, Moore mit gestörtem Wasserhaushalt, alle Äcker und von Wald eingeschlossenen Grünflächen. In diesen Gebieten sind anhand allseitig abgestimmter Behandlungsrichtlinien forstwirtschaftliche Maßnahmen notwendig, um sie in das Niveau der Schutzzone l zu überführen. Die durchzuführenden forstwirtschaftlichen Eingriffe tragen mittel- bis langfristigen Charakter. In der Pflegezone (Schutzzone llb) soll die biotoptypische Formenmannigfaltigkeit der Pflanzen- und Tierwelt in den aufgelassenen Kreidebrüchen, auf Trockenrasen und Feuchtwiesen durch Pflegemaßnahmen erhalten und gefördert werden. Die Siedlungsbereiche der Erholungszone (Schutzzone III), die vor allem dem Tourismus dienen, sind so zu gestalten, daß sie dem Schutzzweck des Nationalparkes entsprechen.       
Tourismus im Nationalpark  
Wie bereits erwähnt, soll ein Nationalpark den Menschen offen sein, Erholung, Entspannung und- vor allem naturkundliche Bildung ermöglichen. Diese Zielstellung muß jedoch mit der eines Großschutzgebietes in Übereinstimmung gebracht werden. Das bedeutet, durch geeignete Maßnahmen, wie Verkehrsund Besucherlenkung, den Ruhecharakter des Gebietes zu betonen und berechtigte Interessen in Einklang mit dem Schutzzweck zu bringen. Dazu gehören ein besuchernahes Wegekonzept, Informationsstellen, Öffentlichkeitsarbeit und ein ständiger Kontakt zu in diesem Gebiet vorhandenen Einrichtungen, aber auch das Verständnis der Besucher für die Naturschutzbelange. 
Verhalten in Nationalpark
Um den Ruhecharakter und die ungestörte Naturentwicklung im Nationalpark zu gewährleisten, sind Verhaltensweisen geboten, wie sie für jedes Schutzgebiet überall in Deutschland und anderswo seit langem gelten. Es ist untersagt,
Wanderwege zu verlassen (Ausnahme ist der Geröllstrand zwischen Saßnitz und Lohme),

v     Pflanzen oder deren Teile zu entnehmen oder zu beschädigen,

v     Tiere zu fangen, zu töten oder zu beunruhigen, ihre Entwicklungsformen, Mist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten zu beschädigen,

v     Hunde frei laufen zu lassen,

v     gesperrte Wege zu befahren, Schilder oder Sperren zu beseitigen oder auf dafür nicht ausdrücklich ausgewiesenen Flächen zu parken.

Weitere speziellere Gebote und Verbote sind dem einschlägigen  Gesetzblatt-Sonderdruck Nr. 1467 vom 01. Oktober 1990 zu entnehmen.
Bitte hinterlassen Sie im Nationalpark keinen Müll. 
Nutzen Sie Mehrwegverpackungen, nehmen Sie ihren Abfall wieder mit und führen Sie ihn dem Recycling zu. Getränkedosen und Flaschen sind eine tödliche Falle für Kleinlebewesen.
Die Natur und die anderen Besucher danken Ihnen dafür. 


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