Zwischen Berghang und Bauernland

Santiago del Teide- Tamaimo
So schön habe ich es mir nicht vorgestellt . . . Das ist der einhellige Kommentar auf dieser Wanderung. Das Staunen ist verständlich, denn die Autostraße, die Santiago del Teide und Tamaimo verbindet, zeigt keine besonderen Reize. Um so größer ist die Überraschung, daß die 'Nebenstrecke' ein völlig anderes Bild hervorzaubert. Noch sehr ursprünglich wirkt die Landschaft; Berghang und Terrassenfelder gehen harmonisch ineinander über. Ein wunder schöner Fußweg folgt dem Saum des Teno-Gebirges, und der Blick überspannt das breite, sanft abfallende Plateau, das angrenzt. Diese Wanderstrecke eignet sich hervorragend als 'Ersatztour', wenn Nebel und Wolken über den Berggipfeln rund um Masca hängen.

Wegbeschreibung:
Mittelschwere Wanderung mit kurzen An- und Abstiegen
Gehzeit
:
2 Stunden und mehr, in Abhängigkeit vom Umfang der Besichtigung.
Zufahrt:
Mit Bus  von Puerto de la Cruz nach Icod de los Vinos jede Stunde ab 6.00 Uhr, Fahrzeit 45 Minuten; von dort mit Bus 460 (Richtung Guia de Isora) nach Santiago del Teide. Fahrzeit 1 Stunde. Rückfahrt von Tamaimo mit Bus (Richtung Icod de los Vinos), Abfahrten um 8.00 oder 12.45 Uhr nach Santiago del Teide.

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Wegverlauf:
In Santiago del Teide geht man bis zum südlichen Ortsende und biegt hinter der Tankstelle Cepsa nach rechts auf einen Fußweg ein. Er führt sacht bergab und durchzieht viele Terrassenfelder. Steinmauern säumen die Route, schützen bei schlechtem Wetter gegen den Wind. Bald wird der Weg schmaler, romantischer; Tabaiba-Bäumchen und Feigenkakteen wachsen aus dem Fels. Links kommt ein Dorf in Sicht (10 Min), und der Weg gabelt sich.
Nun biegt man nach rechts ab. Dort sind zwei Weganfänge zu sehen. Man nimmt den linken, unteren, nicht so deutlich ausgeprägten Pfad. Die obere, breitere Steintrasse führt zu den einsamen Gehöften im Teno-Gebirge, und es gibt keine Verbindung zum unteren Höhenweg. Ihm folgen wir jetzt entlang des Hanges und wandern in einem weiten Bogen auf die Küste zu. Schöne Pflanzen fallen auf: Blauer Berglavendel, weißer Buschnatternkopf und dekorative Verode-Büsche. Später kommt man an Feigen - und Mandelbäumen vorüber und blickt auch hinab auf zahlreiche Felder, die nicht mehr bepflanzt werden. Kleine Schluchten sind zu umgehen, und man entdeckt bizarre Felsen und höhergelegene Höhlen (30 Min).
Hinter einer Wegbiegung taucht ein einfaches Gehöft auf, das noch bewohnt ist. Nun geht es auf die Berge zu. Man passiert ein Felseck und sieht dann den Sattel zwischen dem rechts liegenden Höhenrücken und dem zur Talseite angegliederten Vorberg. Nun geht es steiler empor, auf diesen Paß zu. Ist man oben angelangt, bietet sich ein überwältigender Ausblick (50 Min). Senkrecht fällt die Felswand ab, eine tiefe Schlucht liegt zu Füßen. Zum Greifen nahe sind die Gipfel des Teno-Gebirges, und in der Ferne blinkt klarblau das Meer.

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Jetzt folgt der wildromantische Abschnitt der Tour. Man wandert - fast wie auf einer Promenade - am Felshang entlang und kommt dann zu einem Bergkamm, der den Blick auf beide Seiten freigibt (1 Std..).
Hier teilt sich die Route. Wer möchte, kann noch ein Stück auf der Höhe weitergehen. Doch dieser Weg führt bald in Serpentinen in die Schlucht hinein, wird später sehr steil und leitet über in ein weitläufiges, unwirtliches Gebiet. Besser ist es, sich mit einem kurzen Abstecher entlang der Höhe zu begnügen und dann in den Talgrund nach Tamaimo hinabzusteigen.
Vom Kamm aus verläuft ein schmaler Pfad zuerst in Richtung Santiago del Teide am Hang bergab, geht dann in Serpentinen über und gelangt nach etwa 10 Minuten in den Bereich der Terrassenfelder. Man sieht rechts einen Hain mit Feigenbäumen, trifft bald auf eine Wasserleitung und durchquert eine kleine Schlucht (1 Std.. 20 Min). Nun wandert man auf Tamaimo zu. Bald kündigt sich links die Autostraße an, doch man bleibt auf dem Feldweg, der geradlinig auf den Ort zuführt. Der Weg mündet in eine Seitenstraße. Ein paar verlassene Häuser zeigen an, wie man früher wohnte. Schmucklose Neubauten schließen sich an, bald ist der stille Dorfplatz erreicht. Und dann sind es nur noch wenige Schritte bis zu den Gasthäusern, die sich an der Durchgangsstraße angesiedelt haben. In Tamaimo teilt sich die Route zum Süden.
Die Hauptstrecke führt über Guia de Isora nach Playa de las Americas, eine Nebenstraße berührt den aufstrebenden Badeort 'Los Gigantes' und verläuft dann entlang der Küste. Nach Santiago del Teide kann man mit dem Linienbus zurückfahren. Er verkehrt allerdings nicht sehr oft.
Natürlich kann man die Wanderung auch wieder in Santiago del Teide enden lassen. Dann kehrt man vom 'wilden' Teil der Tour auf gleichem weg zurück. Diese Variante ist Fußgängern zu empfehlen, die sich den 15 minütigen Abstieg in den Talgrund von Tamaimo ersparen wollen. Durch die veränderte Blickrichtung ist auch diese Variante sehr reizvoll.

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