Ein verlassenes Dorf am Berg

Bergfriedhof (Las Bodegas) - Las Casillas
Zwei reizvolle Ziele
steuert man auf diesem Ausflug an: den idyllisch gelegenen Bergfriedhof bei Las Bodegas und das Dörfchen Las Casillas, das wie ein Felsennest am Steilhang klebt. Bis vor wenigen Jahren wohnten noch Bauern in dieser abgeschiedenen Gegend, aber nach und nach zogen sie alle Weg. Ohne Zufahrtsstraße war ihnen das Leben zu mühsam. Jetzt kommen höchstens Wanderer hier herauf, und sie sind meist sehr beeindruckt. Das Anaga - Gebirge zeigt sich nämlich von einer besonders hübschen Seite, und außerdem lernt man eine Landschaft kennen, die noch sehr ursprünglich ist.
Fahrstrecke :

San Fernando à San Antonio ( Séfora - Park ) à Orotava (Las Canadas ) à Orotava Å links ab zur Küstenautobahn nach La Laguna Å à Las Mercedes (Anaga - Gebirge ) à EI Bailadero à Parque Forestal Anaga à Las Bodegas
Wegbeschreibung:
Mittelschwere Wanderung mit An - und Abstieg von rund 300 Höhenmetern

Gehzeit
:

Mit Rückweg 1 1/2 Stunden
Zufahrt:
Mit Mietauto oder Taxi auf der Anaga - Höhenstraße bis EI Bailadero. Von dort auf einer Nebenstraße über den Parque Forestal nach Las Bodegas/Bergfriedhof (rund 9 Kilometer).

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Wegverlauf:::
Die Wanderung nach Las Casillas beginnt bei der Straßenkurve, an der die Zufahrt zum Bergfriedhof Las Bodegas abzweigt (Sackgasse). Ein schmaler Pfad führt rechts in den Wald hinein und ist mit dem Schild Igueste bezeichnet. Im Zickzack geht es zu einem Bach hinab. Man überquert ihn und Wandert dann oberhalb des Wasserlaufs weiter. Am Hang entlang verläuft die Route, und später leiten Serpentinen zu einem niedrigeren Höhenweg hin (10 Min). Unerwartet lieblich wird hier die Landschaft; Felder und Wiesen rahmen den Weg. Bald geht es über einen felsigen Weg empor. Ein Wasserfall ist zu entdecken, wenn man zurückblickt, und am Waldrand wachsen die goldroten Glockenblumen, die für Teneriffa so typisch sind. Vorerst Wandert man eben am Hang entlang, dann schwenkt man über eine Felsnase in eine neue Schlucht ein. Auch dort sind Terrassen angelegt, grünt und blüht es inmitten der Wildnis.

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Ein kleiner Bauernhof taucht auf; in einem Bogen Wandert man daran vorbei und auf eine Felswand zu (15 Min). Nun geht es wieder leicht bergan, und ein neuer Talkessel tut sich auf.
Er zeigt eine wildromantische Variante dieses Gebiets, und nach Regentagen ist ein zweiter Wasserfall zu sehen. Langsam steigt der Pfad an. Er führt am Hang entlang durch den Wald; und später öffnen sich schöne Ausblicke. Bei einer Weggablung (25 Min) bleibt man rechts und geht über felsiges Gestein empor. Dann hält man sich wieder geradeaus und Wandert auf den Bergrücken zu. Bald kommt der Ort in Sicht. Las Casillas wirkt wie eine kleine Festung. Die wenigen Häuser ducken sich in den Fels; der schmale Grat, der zu ihnen hinleitet, erinnert an eine Zugbrücke. Steil fallen die Hänge nach beiden Seiten ab. Tief unten liegt das Tal von Igueste. Wenn man beim ersten Haus anlangt (35 Min), hält man sich rechts und geht die alte Dorfstraße empor. Verlassen sind die Gehöre; der Wind rüttelt an den verschlossenen Türen und Fensterläden. Hinter Mauern verschanzt sind winzige Gärtchen, Unkraut überwuchert die Beete. Las Casillas ist ein totes Dorf. Geblieben sind nur Erinnerungen an eine gar nicht so ferne Zeit. Erst 1978 zog der letzte Bewohner von hier Weg.
Der Weg endet unvermittelt und man kehrt zum Anfang des Dorfes zurück (45 Min). Es lohnt sich, ein Stück über Las Casillas hinaus zuwandern. Links vom Ort verläuft die Route nach Igueste. Sie führt erst zu einer höhergelegenen Häusergruppe und dann durch eine unberührte Landschaft. In Serpentinen geht es hinab und wieder hoch, an einem Bergrücken entlang zu einem Plateau. Ein wunderschöner Blick zur Küste tut sich auf, und tief unten sieht man die weißen Häuser des Fischerorts. Der Abstieg ins Tal ist passionierten Wanderern sehr zu empfehlen (rund 2 GehStunden). Wir begnügen uns mit dem Abstecher, der etwa eine halbe GehStunde beansprucht, und kehren nach Casillas zurück. Von dort nehmen wir jetzt den unteren Weg, der vom Ortseingang ausgeht und als ebener Pfad durch Baumheide und Lorbeergewächs hindurchführt. Nach etwa 5 Minuten kommt man an Kartoffelfeldern und einem (nur zeitweise bewohnten) Bauernhaus vorbei, und nach weiteren 5 Minuten trifft man auf die Route, die man vom Hinweg kennt. Auf dem vertrauten Pfad kehrt man dann zum Ausgangspunkt zurück (35 Min ab Las Casillas).
Im Anschluß an die Wanderung sollte man nicht versäumen, bis zum Bergfriedhof von Las Bodegas zu fahren oder zu Wandern (rund 200 Meter). Er liegt auf einem kleinen Plateau oberhalb der Ansiedlung und sieht mit seinen weißen Mauern und dem Kapellchen sehr malerisch aus.

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