Der Raddampfer "Svea"
Der Raddampfer "Svea", davor "Princess Elisabeth", wurde 1878 in Glasgow von John Elder & Co erbaut und war, wie auch der von den Deutschen kurz zuvor angeschaffte Raddampfer "Germania", von der Vlissingenroute (Komnklijke Stoomboot Maatschappij Zeeland) erworben worden. Der Kauf der "Svea" geschah - unglücklicherweise, würde ich sagen - damit jede der beiden Reedereien je einen Schrauben- und einen Raddampfer hatte. Als ich am 3. April 1901 auf der "Nordstjernan " anfing, lag die "Svea" seit Anfang März auf der Burmeister & Wains Werft in Kopenhagen, wohin sie zur Reparatur umfangreicher Schäden am Schiffsboden nach einer Strandung am 13. Dezember 1900 bei Stavsten auf der Rückreise von Sassnitz geschleppt worden war. Dort sah ich sie zum ersten Mal, und ich erinnere mich sehr gut an ihre gewaltigen Schaufelräder, die damals an Land umherlagen. Erst im Herbst 1901 kam die " Svea" nach Trelleborg zurück, und beim Anlegemanöver ergab es sich, daß sie quer durch den Holzkai in die Steinpackung hineinfuhr! Dann kam das Jahr 1902. Die "Svea" sollte nun für eine längere Zeit den Betrieb übernehmen, weil die "Nordstjernan " einer größeren Renovierung in Malmö unterzogen werden sollte. Die "Svea" war Schwedens größtes Passagierschiff. Sie war 84.5 m lang und am Ruderhaus 21 m breit. Da die Hafeneinfahrt nur 40 m breit war, galt es beim Ein- und Auslaufen die Zunge geradezuhalten. Wenn man auf der alten Mittelbrücke stand und sie auslaufen sah, war es, als ob sie die ganze Hafeneinfahrt ausfüllte Nicht weniger seltsam sah es von der Kommandobrücke aus. Ihre Maschine war eigenartig - grob und klotzig. Die Hauptmaschine mit einer Leistung von 825 PS hatte zwei Zylinder, der größere davon mit einem Durchmesser von nicht weniger als 2.64 m und einem Hub von 2.13 m. Es war fantastisch, in den Maschinenraum zu kommen und zu sehen, wie alles sich bewegte. Einmal wurde Godhe von jemand gefragt : "Aber wie stellt man fest, ob sich


Der Schiffsname der "Nordenstjerna ", bestand aus dem Namenszug "Nord". Dahinter war ein Stern gemalt. Nun konnte der Leser entscheiden, ob er das Schiff "Nordensljerna " oder "Nordstern" nennen wollte. Im Hintergrund an der Brücke liegt der Dampfer Imperator im Hafen von Sassnitz.

  die Kurbelwellenlager erwärmen?" "Ja, das prüfen wir mit einem Besenstiel", antwortete Godhe! Die Maschine machte nur 27.5 Umdrehungen pro Minute. Jede ihrer Schaufeln wog eine Tonne. Die "Svea" hatte eine elegante Einrichtung, einen sehr schönen Speisesaal, einen großen königlichen Salon und sehr schicke l.- Klasse- Kabinen. Auch die Räume der 2. Klasse waren sehr hübsch. Die Kabine des Ersten Steuermanns lag auf dem Oberdeck, während die Wohnung des Kapitäns unten in der l. Klasse lag. - Auf dem Oberdeck hatte sie einen großen Navigationsraum. Auf diesem in mehr als einer Hinsicht merkwürdigen Fahrzeug musterte ich am l. Januar 1903 an und am l. Januar 1904 auf sowohl der "Svea" als auch der ,Nordstjernan" Es war immer ein Problem, wenn die "Svea" die " Nordstjernan " bei den Kesselreinigungen ablösen sollte, die nicht mehr als sieben Tage dauern durften. Man war
 dann immer froh, wenn die "Svea " hinter dem Horizont verschwunden war. Nahm die Kesselreinigung mehr als die festgesetzten Tage in Anspruch, so konnte man darauf wetten, daß auf der "Svea " etwas schiefgehen würde.

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