Umgestürzte Bäume im Nationalpark
Umgestürzte Bäume sind in den meisten Wäldern ein ungewohnter Anblick. Im Nationalpark gehören sie dazu, da hier der Mensch nicht mehr in den Stoffkreislauf der Natur eingreift. Künftig können die Bäume ihr natürliches Alter erreichen. Abgestorbene Bäume sind Lebensraum für Kleintiere, Pflanzen und Pilze. Sie verwandeln das Holz in fruchtbaren Humus. So schließt sich der Kreislauf des Waldes auf natürliche Weise.

lagepl1.jpg (67066 Byte)

BAUMPILZ.JPG (62901 Byte)

1810-23.JPG (80542 Byte)

Kreideküste
Hier wechseln steil aufragende Kreidefelsen und sanft abfallende Hänge, die sich bis zum Strand hinunterziehen. Dieses abwechslungsreiche Bild ist auf die eiszeitliche Überforrnung des Gebietes zurückzuführen. Kilometerhohe Gletscher rissen mächtige Kreideblöcke aus dem Untergrund und stellten sie schräg. Auch ältere eiszeitliche Deckschichten wurden deformiert und teilweise zwischen den Kreideblöcken eingepreßt.
Vegetation der Küstenhänge

Der Uferbereich ist immer in Bewegung. Durch Abbrüche entstehen vegetationsfreie Flächen, auf denen sich Pioniervegetation und Buschwälder entwickeln. Die konkurrenzschwachen Pflanzen (z.B. Steinbeere, Wintergrün, Schwalbenwurz) werden von Wildapfel, Wildbirne, Rote Heckenkirsche, Ulme, Eibe und anderen Pflanzen verdrängt.
Piratenschlucht

Die Piratenschlucht ist ein alter Uferausbruch. Der Sage nach soll Klaus Störtebecker, ein im 14. Jahrhundert gefürchteter Pirat in Nord- und Ostsee, hier Zuflucht gesucht und Schätze vergraben haben. Eine entführte Jungfrau muß seine Reichtümer bewachen. Sie darf das Versteck erst bei seiner Rückkehr verlassen. Störtebecker wurde jedoch gefangen und hingerichtet ...

1810-35-1.JPG (96580 Byte)

HENGST.JPG (93254 Byte)

1810-31.JPG (75333 Byte)

Der Hengst
Auf Ihrem Weg durchwandern Sie eine germanische Wallanlage. Sie diente der Bevölkerung als Fluchtburg. Nach Grabungsbefunden ist die Anlage bereits vor der slawischen Siedlungsperiode entstanden. Sie gilt als eine der ältesten Anlagen in Norddeutschland.
Lenzer Bachtal
Das Gebiet des Nationalparks liegt etwa 100 m über der Ostsee und besitzt besonders viele Quellen, Moore und Bäche. Bemerkenswert sind die wildromantischen Bachtäler. Oft sind sie tief in den Untergrund eingeschnitten. Dadurch entwickelte sich ein eigenständiges feuchtkühles Kleinklima mit entsprechender Pflanzendecke.
Buchenwald
Ohne menschliche Eingriffe wären weite Teile Europas von Buchenwald bedeckt, da unter dem gegenwärtigen Klima die Buche konkurrenzstärker als andere Baumarten ist. Solange im zeitigen Frühjahr Sonnenlicht den Waldboden erreicht, findet man hier Leberblümchen und Buschwindröschen. Sie können innerhalb weniger Wochen Samen und Speicherstoffe bilden. Wenn das Buchenlaub austreibt und sich das Kronendach schließt, kommen nur noch wenige Gräser und Moose zur Entwicklung. Hudewaldbuche
Direkt am Wege steht eine mächtige, alte Buche. Sie unterscheidet sich von den anderen Bäumen durch ihren Wuchs. Der Stamm ist relativ kurz, die Krone setzt tief an und ist weit ausladend. Der Baum stammt aus der Zeit, in der Wälder nicht nur Holz lieferten, sondern auch als Viehweide genutzt wurden. Bucheckern waren für die Schweinemast begehrt. Einzelnen Buchen wurde besonders viel Platz und Licht gewährt und sie wurden vor Verbiß durch Wild und Vieh geschützt. So konnten sich diese Bäume prächtig entwickeln.

1810-21.JPG (109683 Byte)

wasser28.JPG (56541 Byte)

1810-27.JPG (65186 Byte)

Wissower Klinken
Die Wissower Klinken stellen wohl eine der bizarrsten Erscheinungen der Rügenschen Kreideküste dar. Im Laufe von Jahrhunderten könnte der Königsstuhl ähnlich aussehen. Alljährlich fallen wenige Zentimeter Kreide der Seitenerosion zum Opfer. Die Schönheit der Kliffküste lockte verschiedene Künstler nach Jasmund: den Greifswalder Maler Caspar David Friedrich, den Komponisten Johannes Brahms, den Dichter Adalbert von Chamisso und viele andere.
Erlenbruch
Im Gebiet des Nationalparks gibt es zahlreiche abflußlose Senken. Für die Buche sind diese Senken zu feucht. Die Schwarzerle vertritt sie in diesem Lebensraum. Ihre Stelzwurzeln sind eine Anpassung an den feuchten Standort.
Großsteingrab
In der Jungsteinzeit vor 5.000 Jahren wanderten Ackerbauern und Viehzüchter in das Küstengebiet und wurden auch auf Jasmund seßhaft. Sie rodeten Wald, legten Äcker an und ließen ihr Vieh im Walde weiden. Aus jener Zeit stammen die ersten steinernen Zeugen menschlicher Besiedlung, die Großsteingräber. Noch heute beeindruckt die Leistung unserer Vorfahren, die mit primitiven Mitteln die gewaltigen Findlingsblöcke bewegt und bearbeitet haben.
Findlinge als Baustoff
Seit dem 7. Jahrhundert werden Findlinge zum Bau von Häusern, Kirchen, Hafenanlagen und Denkmälern verwendet. Ende des 19. Jahrhunderts wurden viele Straßen ausgebaut. Auch im Gebiet des heutigen Nationalparks entstanden gepflasterte Wege. Dabei wurden etwa 0,9m² Gestein auf den laufenden Meter verbaut.
Pflanzgarten
Ende der fünfziger Jahre wurde ein kleiner Forstgarten angelegt, um Pflanzen für die Aufforstung im Revier zu erhalten und die forstliche Eignung fremder Gehölze zu ermitteln. Dies erklärt auch das Vorkommen des nordamerikanischen Riesenlebensbaums an dieser Stelle. Weil der Arbeitsaufwand jedoch zu hoch war, wurde dieser Garten wieder aufgegeben
Informationspunkt des Nationalparks
Hier und am Königsstuhl erhalten Sie Informationen über den Nationalpark, über Führungen und Wanderungen. Weit über eine Millionen Menschen besuchen jährlich das Gebiet. Das bedeutet hohe Belastung für eine hochsensible Naturlandschaft. Es ist gleichzeitig aber auch eine Chance, Menschen für die Natur zu begeistern.

    mund.gif (1578 Byte)